Jan Sonnenschein
Ich bin in Beierstedt aufgewachsen, einem kleinen Ort am Heseberg, wo der Wind manchmal mehr weiß als die Menschen und die Hügel alte Lieder summen. Schon früh habe ich gelernt zuzuhören – erst dem Rascheln der Bäume, dann den unsichtbaren Melodien, die zwischen Himmel, Moos und Morgendunst schweben.
Meine erste Panflöte fand ich auf dem Dachboden des Gemeindehauses, verstaubt, aber voller Zauber. Manche sagen, sie habe dort nur auf mich gewartet. Seitdem ziehen wir gemeinsam los, lassen Klänge durch Räume und Zeiten wandern und wecken Töne, die ein bisschen nach Wald, Abenteuer und Freiheit klingen.
In meinem Unterricht geht es nicht nur um Technik, sondern um Klangabenteuer, Atemmagie und den Mut, sich vom Wind führen zu lassen. Denn Musik ist für mich eine Reise – und manchmal führt sie direkt zurück an den Heseberg, wo alles begann und die Melodien noch immer leise rufen.