20Mai2021

Mein Kind will nicht üben – Nachhilfe für musikalische Eltern

/
Posted By
/
Kommentare0
/

„Mein Kind will nicht üben“ – Tipp Nr. 10 

Das ist schon die 10. Ausgabe: Wie schnell die Zeit vergeht! Zum Feiern habe ich für euch etwas Festliches vorbereitet und zwar …ein Spiel! 

Wie oft sollte das Kind eine bestimmte Übung wiederholen? Wie kriegt man überhaupt das Kind dazu, das Gleiche zu wiederholen? Manchmal ist es einfacher, wenn man gar nicht selbst entscheiden muss. Und genau dafür ist das Zettelspiel super! 

Das Zettelspiel geht ganz einfach: 

Schreibt also auf verschiedenen Zetteln die Zahlen von 1 bis 10 und dann noch auf einem extra Zettel das Wort „Frei“. Mischt diese Zettel und legt sie in einen kleinen Beutel o.Ä.
Wenn euer Kind den „Frei“ -Zettel zieht, darf es dann die Übung und die Wiederholungen selbst bestimmen. Bei allen anderen Zetteln gilt : Ihr sucht euch die Übung aus und die Zahl entscheidet, wie oft die Übung wiederholt werden soll. 

Die Übungszeit wird dann immer wieder eine Überraschung sein und so bleibt der Spaß an der Musik erhalten!

Schickt mir gerne Bilder und Berichte von euren selbstgestalteten Zettelspielen – ich freue mich schon sehr darauf! 

Bis dann, 

#happinessandviolinarethingstobepracticed 

Tip Nr. 9 vom 17.05.2021

Träumen und Üben. Was verbindet diese zwei Begriffe und wie 

kann man durch Träumen das Üben verbessern? 

Das schwierige beim Lernen einen Musikinstrumentes ist, dass man das Ziel vorhersehen und gleichzeitig den aktuellen Zustand bewusst im Blick haben muss. Das erfordert eine große Abstraktionsfähigkeit, die nicht immer vorhanden ist. „Ach, Kinder können das doch, die habenPhantasie!“. Das stimmt, aber Phantasie ist nicht das Gleiche wie eine genaue Vorstellung davon, wie es sich anhören muss.

Um die Träume eines Kindes über ein Musikstück zu entdecken, sollte man einfach das Kind vorsingen lassen. Es ist erstmal nicht wichtig, ob das Kind richtig singen kann: allein das Singen wird uns verraten, was das Kind gerade von sich erwartet. Dies erlaubt uns, das Kind besser an sein Ziel begleiten zu können. Wenn das Stück ganz neu und noch keine Vorstellung da sein sollte, kann man sich Aufnahmen anhören oder am besten die Lehrkraft bitten, es sich vorspielen zu lassen. Vielleicht erlaubt die Lehrkraft einem sogar, eine Aufnahme davon zu machen, so dass man auf diese Weise einen guten Startpunkt zum Üben des Stückes erhält. Der Prozess ist dann leicht gemacht: das Kind „wünscht sich“ eine musikalische Idee und wird dann bestimmte Bewegungen und Muskeln dafür nutzen, damit diese Idee und dieser Traum sich verwirklichen können. Das Ergebnis ist dann der Ausdruck eines musikalischen Traums.

Oft passiert es, dass man so sehr mit den korrekten Bewegungen beschäftigt ist, dass man vergisst, an die eigentliche Hauptsache, die Musik, zu denken. Das Träumen sollte aber immer wieder der Motor des Übens sein, damit der Zweck des Übens immer klar im Blick bleibt. 

Hört auf die musikalischen Träume eurer Kinder! Bis dann

Tipp Nr. 8 vom 03. Mai 2021

In meiner Erfahrung als Geigen- und Klavierlehrerin habe ich entdeckt,  dass es in der Regel drei verschiedene Art und Weisen gibt, auf die Kinder mit Schwierigkeiten umgehen:

  1. Die Perfektionisten: „Ich will alles richtig machen“
  2. Die Schnell-Frustrierten: „Warum klappt es nicht sofort?“
  3. Die Gleichgültigen: „Egal, Hauptsache, ich spiele durch“

Diese drei Typen aber haben alle ein gemeinsames Ziel:  Sie wollen ihren Eltern gefallen! Das gibt euch als Eltern eine riesige Verantwortung: Ihr könnt   durch euer Verhalten die Reaktion eures Kindes positiv beeinflussen, wenn alles nicht so wie erwartet klappt.

Wie?

Mit Sätzen wie z.B. „Ich weiß es, du würdest es gerne sofort schaffen“ oder „Ich habe davon gehört – andere Kinder  haben damit auch Schwierigkeiten“. Außerdem kannst du deinem Kind erklären, was deine Erwartungen sind, indem du zum Beispiel sagst: „Ich fände es super, wenn du einfach nur die Zeile richtig sauber hinkriegst. Du musst nicht das komplette Stück durchspielen.“. Solche aufmunternden Sätze und eine zugewandte  Einstellung von dir können dann viele Sorgen deines Kindes lösen.

Und jetzt aber ein Beruhigungswort für euch als Eltern: Oft muss es schlimmer werden, bevor es besser werden kann!
Allein das Starten ist eine große Leistung an sich und an manchen Tage reicht auch das schon. Man muss es bloß am nächsten Tag wieder versuchen. Bis dann!

#happinessandviolinarethingstobepracticed

Tipp Nr. 7 vom 29. April 2021

Atempause. Das brauchen wir alle, oder?
Im Leben wie in der Musik sind Pausen sehr wichtig und noch wichtiger ist es, dass wir unseren Atem mit unseren Bewegungen bzw. Aktionen synchronisieren.

Es kann aber schwierig sein, kleinen Kindern so ein Konzept beizubringen: sie sind so aktiv und energievoll und das Stehenbleiben bedeutet eine echte Herausforderung. Sie wollen meistens bloß losspielen – wie kann man sie denn da  zum fokussierten Üben bringen? Kreatives Denken ist ein zuverlässiger Helfer!

Nehmt ein Buch, vielleicht das Lieblingsbuch eures Kindes und lest eine Seite oder auch nur eine halbe Seite vor. Das Kind sollte dabei nicht nur zuhören sondern mit dem Zeigefinger immer wieder zeigen, wenn ein Satz zu Ende ist. Für die aktivsten Kinder könnte Hochspringen eine gute Alternative sein.

Dann macht ihr die gleiche Übung in einer Fremd- oder Nonsense-Sprache, die ihr in dem Moment erfindet. Die Aufgabe eures Kindes bleibt die gleiche: Immer wieder das Ende eines Satzes zeigen!

Musik ist eine Sprache, das haben wir alle schon mehrmals gehört. In der 3. Phase dieser Übung könnt ihr das Stück selber vorspielen, das gerade geübt werden soll oder eine Aufnahme davon laufen lassen. Die Aufgabe des Kindes bleibt immer wieder die gleiche: das Ende von einem „Teil“ zu zeigen und vielleicht direkt in die Noten einzutragen.

Die Übung hilft nicht nur, die Aufmerksamkeit beim Zuhören zu entwickeln, sondern auch die Musikalität des Kindes beim Spielen. Außerdem hat sie  auch einen sehr praktischen Nutzen, da das Stück in kleineren Abschnitten einfacher zu üben ist!. Dazu kommen auch schöne Atempausen, die das Vorspielen entspannter werden lassen.

Bis dann!

6. Tipp der Woche vom 19. April 2021

Die Ferien sind vorbei und die erste Woche nach den Ferien bringt oft schlechte Laune, Müdigkeit und allgemein, einen Mangel an Motivation und Fokus.

Hier zwei gute Strategien für mehr Fokus beim Üben:

  1. Vergiss die Wörter „Fokus“, „Aufmerksamkeit“ und „konzentrier dich“. Wieso? Diese Aussagen sind zuweilen unklar und verwirrend. Versuch lieber zu
    visualisieren, was das Kind machen würde, wenn sie/er konzentriert wäre. Eine Antwort könnte sein „Das Kind beobachtet seinen rechten Kleinfinger beim Streichen“. Dann kannst du eine klare Aufgabe geben und dein Kind weiß, was er/sie tun soll.
  2. Der Fokus kann während des Übens steigern, es muss und kann nicht alles auf einmal perfekt sein. D.h. dein Kind kann am Anfang der Übung sein/ihren Bogengriff nur auf leeren Saiten gut kontrollieren, nach 10min schafft er/sie
    vielleicht auch noch zwei Töne mit der linke Hand, ohne den Bogengriff zu verlieren, usw. Manchmal sind Pausen auch richtig gut, um das Üben zu auffrischen.

Das war’s für heute! Schreibt mir gerne Emails, ich freue mich auf Feedback und Erfahrungen. Vergesst nicht eine Sprechstunde mit mir zu buchen, damit ich die Tipps für euch persönlich anpassen kann. Bis dann! Eure Alessia #happinessandviolinarethingstobepracticed

Diese Serie ist inspiriert von „Helping Parents Practice – Ideas for making it easier“ von Edmund Sprunger.

5. Tipp der Woche vom 28. März 2021 😉

Die Ferien fangen an und ich habe bereits eine Idee wie das Üben an den Ostertagen noch mehr Spaß machen kann:

Finde den idealer Künstler deines Kindes!
Wählt zusammen mit eurem Kind ein Stück aus, z.B. von Mozart – den kennen wir ja alle, oder?!- und sucht verschiedene Interpretation dieses Stücks. Hört euch die erste Minuten an, nicht zu viel auf einmal, sonst verliert ihr den Fokus. Am besten zwei, max. drei verschiedene Aufnahmen an einem Tag und befragt euer Kind: Wer hat dir besser gefallen? Warum? Und jetzt kommt der Spaß: wir machen ein Rollenspiel.

Dein Kind soll sich vorstellen, wie sein Lieblingskünstler seine Übungen, Tonleitern oder Stücke spielt. Es können ein bis zwei Künstler am Tag ausgewählt werden. Macht Videos davon, vielleicht hat das Kind auch Lust sich zu verkleiden. In den Ferien gibt’s ja Zeit! Genießt diesen kleinen Performance-Moment. Man muss nicht unbedingt Jahre lang darauf warten, dass man selbstbewusst vorspielen kann. Fangt heute an, es reichen auch zwei Töne.

Ich habe es mit meinen Schüler ausprobiert und die Ergebnisse waren unglaublich! Alle haben eine bessere Version von sich selbst an der Geige gefunden. Die war bloß innen versteckt und blockiert von der Version von „Mhh, ich probier’s…“ oder „Ich kann das nicht, die Stelle ist schwer…“

Grenzen sind oft nur in unserem Kopf, die Phantasie kann uns davon befreien! Schickt mir gerne per Mail eure Videos von den „Imitation“ Performances, darauf freue ich mich schon.
Frohe Ostern! Eure Alessia #happinessandviolinarethingstobepracticed

Diese Serie ist inspiriert an „Helping Parents Practice”-Ideas for making it easier von Edmund Sprunger

4. Tipp der Woche vom 21. März 2021

Warst du schon mal bei dem Unterricht deines Kindes dabei? Weißt du, welche Vorteile dein „Dabeisein“ haben könnte?

Dass du im Unterricht hospitierst, kann vier Vorteile haben:

  1. du erfährst direkt vom Lehrer, was dein Kind eigentlich genau üben bzw. nicht üben muss;
  2. du lernst jedes Mal neue Wege kennen, wie man üben kann;
  3. du kannst dein Kind vor deinen eigenen Erwartungen bewahren, da du es schon sehen wirst, was dein Kind eigentlich schon erreicht hat;
  4. du hast die Chance, dein Kind beim Lernen zu erleben.

Was bedeutet es, im Unterricht zu hospitieren? Ganz simpel: still sitzen, zuhören und sich Notizen machen. Einerseits ist es nötig, dein Kind dazu zu motivieren, so oft wie möglich zu üben. Andererseits ist es nicht berechtigt zu erwarten, dass dein Kind von allein alles weiß, was der Lehrer gesagt und gezeigt hat. Ein Kind, welches gerade sehr konzentriert ist, ist auf den Moment fokussiert und es ist deshalb nicht selbstverständlich, dass das Kind sich später daran erinnern wird. Deine Rolle beim Unterricht ist also mit zu schreiben, damit man zu Hause weiss, was und wie zu üben ist. Damit der Ablauf des Unterrichtes nicht ständig unterbrochen wird, solltet ihr mit dem Lehrer eine Strategie finden, wie und wann ihr eure Fragen stellen könnt. Am besten wird der Lehrer/die Lehrerin selbst bemerken „das könnte Mama/Papa jetzt aufschreiben…“, damit der Unterricht grundsätzlich auf Lehrer-Schüler fokussiert bleibt.

Ich kann mir schon vorstellen, dass es für manche unmöglich wird, bei jedem Unterricht dabei zu sein. Eine tolle Alternative ist es, den Unterricht aufzunehmen. Beim Video-Unterrichten geht es tatsächlich sehr einfach! Jede App verfügt über Aufnahmefunktion. Vergesst aber nicht, das ganze mit dem Lehrer/der Lehrerin abzusprechen.
Bis dann! Eure Alessia #happinessandviolinarethingstobepracticed

3. Tipp der Woche vom 14. März 2021

Zeit ist ja eines der Schlagwörter des Lernprozess.
Man braucht Zeit zum Lernen, man braucht Zeit zum Üben, man braucht die richtige Zeit zum Üben.

Die Wochen der Kinder sind oft vollgepackt. Schon die Schulstunden sind voll Informationen, die sich jeden Tag vermehren und das für viele verschiedene Fächer. Dazu kommt vielleicht ein Sporttraining, das auch anspruchsvoll sein kann. Und die Hausaufgaben, natürlich! Ein wöchentlicher Termin an der Musikschule muss eine große Konkurrenz überstehen. Die einzige Chance zur Einprägung musikalischer Kenntnisse ist, eine gute Routine zu Hause zu finden. Seitdem ich in Deutschland bin, kenne ich den Spruch „Üben ist wie Zähneputzen: man muss es machen!“. Es gibt sogar welche, die es empfehlen, beim Zähneputzen ein kurzes Sporttraining zu machen! Geige oder Trommeln sind wahrscheinlich nicht fürs Bad geeinigt, aber das Konzept dahinter kann uns gut helfen: das „Training“ mit etwas zu verbinden, was man am Tag sonst immer macht. Essen, Trinken, Sport treiben, Video-Games spielen, iPhone Zeit, Tablet Zeit, nur als Ideen. Vielleicht immer vorm Abendessen?

Aber Vorsicht: Die richtigen „Übezeiten“ auszuwählen ist noch wichtiger als das Üben an sich. Üben, wenn man schon müde ist, bringt nichts und kann sogar zu Fehlern führen, die man sonst nicht machen würde und die dann sehr schwierig zu korrigieren sind.

Ein kleiner Vorteil des Lockdowns ist vielleicht, dass der Schultag nicht immer so früh anfängt, allein weil man nicht zur S-Bahn, Bus oder Tram rennen muss. Es kann also nach dem Frühstück ein sehr guter Moment sein, um das Instrument zu begrüßen, oder? Wenn möglich, wäre es auch sehr hilfreich, den „Weg“ zum Instrument so einfach wie möglich zu machen – wie mit den Spielzeugen. Dadurch dass das Instrument einfach da ist, könnte die Lust auch öfter kommen. Wie ich immer sage „lieber wenig und oft als zu viel auf einmal!“

Bis dann! Eure Alessia #happinessandviolinarethingstobepracticed

Diese Serie ist inspiriert an „Helping Parents Practice”-Ideas for making it easier von Edmund Sprunger; Yes Publishing St.Louis+Ann Arbor

2. Tipp der Woche vom 07. März 2021

Kinder sind beim Musikunterricht oft anders als sie zu Hause sind. Das kann schnell frustrieren und schlechte Stimmung im Raum schaffen. Das möchten wir natürlich vermeiden, gerade wenn es ums Musizieren geht. Es ist wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass die Kinder die Rolle der Erwachsenen für sich sehr klar unterscheiden und daher Kritik über ihr Spiel eher vom Musiklehrer akzeptieren als von ihren Eltern. Das heißt aber nicht, dass man aufgeben muss – einfach lockerbleiben!

Habt ihr schon über die Idee von „Entdeckung Fragen“ gehört? Manchmal ist es gut, das Kind direkt zu fragen, selbst wenn man selber nicht die richtige Antwort kennt. Das Kind fühlt dann sofort, dass du seine/ihre Kompetenzen erkennst und hat dann oft mehr Lust darauf, euch die Antwort zu geben. Außerdem es ist ja in unsere Natur, dass wir mehr auf uns selbst hören wollen als auf das, was andere uns sagen.

Damit die Antwort mehr als „Ja“ oder „Nein“ wird, nutze Sätze wie „Was hast du gemerkt?“ „Wie ist das passiert?“ „Welcher Ton müsste da kürzer sein“ „Welchen Finger brauchst für diesen Ton?“ usw. Vermeide also Aussagen wie „War da dein Handgelenk genug flexibel?“ oder „Weißt du noch, wie diese Stelle geht?“. Und wenn solche Fragen doch vorkommen sollten und du merkst, dass dein Kind „lügt“, versuche die Frage nochmal besser zu erklären und gehe sicher, dass er/sie die Frage wirklich verstanden hat.

Die Antwort an sich ist nicht so wichtig wie der Moment des eigenständigen Denkens, der doch ohnehin für so viel mehr als den Musikunterricht vorbereitet.

Wenn du aber gerne die Antwort überprüfen möchtest, kannst du ins Aufgabenheft schauen oder im Notizenheft, welches du oder dein Kind während des Unterrichts benutzt. Oder beim nächsten Unterricht den Lehrer fragen.
Bis dann! Eure Alessia #happinessandviolinarethingstobepracticed

1. Tipp der Woche

Bestraft weder euch noch euer Kind dafür, dass ihr nicht immer wisst, was zu tun ist. Sagt euch einfach ehrlich, dass ihr zwar nicht die ideale Lösung habt, aber versuchen könnt, gemeinsam eine zu finden! Aussagen wie „Ach, du solltest es doch wissen!“ oder „Üb’ einfach!“ bringen eigentlich nicht so viel und verbessern auch nicht die Beziehung zwischen eurem Kind und seinem Instrument. Sie frustrieren eher und bewirken das Gegenteil.

Probiert stattdessen vielleicht eher sanftere Ansätze wie „Ich weiß, dass es nicht so klingt ,wie du es dir wünschst. Lass es uns noch einmal versuchen und wenn es nicht klappt, ist es nicht deine Schuld.“ Bei manchen Kindern hilft es auch, sie einfach allein zu lassen und sie sortieren sich dann selbst.

Aufgeben und an dem Tag nicht zu üben ist hingegen keine Lösung. Übt etwas anderes, markiert, was man den/die Lehrer*in fragen möchte und genießt trotzdem eure „practice session“! Es macht auch Spaß, alte Stücke wieder zu spielen – Hauptsache, man bleibt in Übung!

Jedenfalls ist es wichtig, nicht zu vergessen, dass ihr alles gemacht habt, was ihr konntet, dass der Lernprozess weitergeht und dass es für alle Fragen, die ihr nicht alleine beantworten könnt, den nächsten Unterricht gibt.

Eure Alessia #happinessandviolinarethingstobepracticed

Intro zur neuen Serie „Mein Kind will nicht üben“ von Alessia Laurora

Das Leben im Lockdown verlangt von den Eltern nach wie vor offensichtlich viel mehr als sonst: Hausaufgaben, Konferenzen, Emails und noch dazu Online-Musikunterricht – eine weitere Herausforderung! 

So kam mir die Idee, eine kleine „Reihe“ anzufangen, um euch in diesen Zeiten zu unterstützen und zu begleiten. Der Plan ist, euch jede Woche mit einem kleinen Tipp zu inspirieren, damit das Üben etwas leichter wird. 

Aber auch schon jetzt möchte ich in dieser kleinen Einleitung ein paar „Basis-Konzepte“ mit euch festlegen:

Das Motto ist  „Vertraue dem Prozess“ –  egal wie oft dein Kind sich vorm Üben quält, egal wie unperfekt es klingen mag, egal wieviel andere Kinder „schaffen“: Vertraue dem Prozess, vertraue deinem Kind und der Lehrer/in!

Man kennt es doch selbst, wie begeisternd es sein kann, etwas neu zu lernen und wie schnell die Begeisterung nachlässt, sobald man entdeckt, was eigentlich getan werden müsste, um ans Ziel zu gelangen. Wieso sollten die Kinder da anders funktionieren? Als Geigenlehrerin kenne ich das sehr gut. Oft bekomme ich frustrierte Rückmeldungen von den Eltern, dass die Geige zu Hause so gar nicht schön singen will… Mindestens genau so häufig sind Kinder schon nach der ersten Stunde darüber  traurig, dass sie noch immer  keine Melodie spielen können… 

Ich verrate euch aber etwas: 

In den ersten Jahren ist das Hauptziel eines Musiklehrers, dem Kind dabei zu helfen, eine Beziehung zum Instrument aufzubauen. Ja, genau! -> das Zauberwort heißt „Beziehung“. Keine Technik, keine Etüde, kein Musikstück. Es geht nur um das pure Kennenlernen, das aus Spüren, Fühlen und Berühren besteht. 

Unsere Schlagwörter „Prozess“ und „Beziehung“ führen uns direkt zum nächsten Begriff: „Zeit“.

Lasst euch und euren Kindern Zeit, um das Instrument und die Musikwelt zu entdecken! Nehmt euch gerne ein bisschen Zeit für diese kleine Reihe und ich werde, wenn ihr mögt, jeden Sonntag mit neuen Ideen zu euch kommen!

Eure Alessia (mehr zu mir) alessia.laurora@gmail.com https://alessialaurora.com

Diese Serie ist inspiriert an „Helping Parents Practice”-Ideas for making it easier von Edmund Sprunger; Yes Publishing St.Louis+Ann Arbor