Thomas Finke

Als ich Holland 2003, nach mehr als achtjährigem Studium von Land, Leuten, Klavier, Jazz, Komposition und Hochzeitssausen in Renaissance-Schlösschen verliess, gab es nur ein Ziel: Berlin. Hier fand ich schnell neue Beschäftigung in Bands und Unterricht, aber auch meine bis dato unausgelebte Seite, die Faszination für Computer, Elektronik, Gegenwelten, Abstraktion wollte sich kreativ austoben. Berlin ist schuld! Und so brauchte es einige Electro-Alben, Ausflüge ins Grafik-und Animationsfach, Synthesizer-Emulationen und schließlich drei Jahre intensiver Arbeit an harmonischer Zelltechnik-Software, bis ich mich "ausgetobt" hatte und letztendlich mit ganzem Fokus zum Klavier, unter neuem Blickwinkel, zurückfand, mit alten und neuen Vorbildern wie Jarrett, Mehldau, Django Bates, Michael Wollny, Joe Zawinul und einem halben Bein in der modernen Klassik. In Berlin bin ich zumeist mit kleinen Besetzungen an verschiedenen Orten zu sehen und zu hören. …und meine Schüler? Unterrichten ist ziemlich interessant, aber wie und warum, da komme ich erst langsam dahinter! Für mich zählt der (meist kleine) Mensch, der vor mir sitzt. Und dann fangen wir an. …und sonst? "Wider die Angst! Auf die Kunst, auf die Lebensfreude! " (K.D. Weiss, ein guter Freund und Schachspieler)